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Über mich

Christa Wüthrich ist freie Journalistin. Als Autorin, Lehrerin und IKRK Delegierte hat sie im In- und Ausland gearbeitet.

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Liebes Christkind – bring mir … !

Liebes Christkind – bring mir … !

Ein fliegendes Regenbogeneinhorn, ein echtes Samurai Schwert oder doch lieber den Weltfrieden? Noch ist wildes Wünschen erlaubt. Am 24. Dezember folgt wohl die grosse Ernüchterung. Bis dahin still und klammheimlich vor sich hin zu wünschen, bringt kaum jemanden näher zum ersehnten Geschenk. Was hätte in diesem Fall das Jesuskind gemacht? Däumchen drehen und den Bethlehem Stern anstarren. Bewiesener Massen hatte diese Taktik keinen Erfolg. Oder hätte sich Baby Jesus – auf rauem Stroh liegend und in ein dünnes Tuch gewickelt – wirklich Gold, Myrre und Weihrauch gewünscht? Kaum. Gefragt ist Eigeninitiative.

«Christkind im Himmel», «Père Noël, Nordpol» oder «Jesuskind, Sternenstrasse, Paradies»: Die Anschrift kennt niemand genau.

20’546 Kinder schickten vergangenes Jahr in der Schweiz ihre Wunschliste per Post an den Weihnachtsmann oder ans Christkind – und erhielten eine persönliche Antwort! Ob «Christkind im Himmel», «Père Noël, Nordpol» oder «Jesuskind, Sternenstrasse, Paradies»: Da niemand die Anschrift genau kennt, sind viele Adressen korrekt. Für einmal schickt die Schweizer Post solche Briefe nicht als „unzustellbar“ zum Sender zurück, sondern direkt in die Weihnachtsfiliale in Chiasso. Da sitzen fünf spezielle Weihnachtspostbeamte, die alle Wunschschreiben beantworteten – und das seit 60 Jahren! (Wir hoffen innbrünstig, dass sie nicht das ganze Jahr über dasitzen und auf Briefe warten. Vor Ort überprüfbar ist dies leider nicht. Mediensprecherin Jaqueline Bühlmann hat ein Besuch der Weihnachtsfiliale kategorisch abgelehnt, auch wenn die Journalistin als Engel oder Nikolaus verkleidet aufgetaucht wäre.)

Wer kann schon Massen an Briefe in kürzester Zeit in fünf Sprachen beantworten? Das ist der Beweis, dass weder das Christkind noch der Weihnachtsmann von gestern sind.

Die meisten der 20’546 Briefe stammten 2015 aus der Romandie, gefolgt vom Tessin und der Deutschschweiz. 340 Antworten gingen an Kinder im Ausland. 19‘749 oder 96.1% der Briefe konnten beantworten werden. Bei den restlichen war auch das Christkind machtlos. Es fehlten entscheidende Details zum Absender.

Kinderbriefe ans Christkind aus der Sammlung des Museums für Kommunikation in Bern. (Bild aus „Briefe ans Christkind“).

Auf jeden Fall sind die fünf Weihnachtspöstler für die tausenden von wünschenden und wartenden Kindern der Beweis, dass weder Christkind noch Weihnachtsmann von gestern sind oder gar auf den Kopf gefallen. Denn wer kann schon Massen an Briefe in kürzester Zeit in fünf Sprachen beantworten? Jeder Antwortbrief – auf französisch, deutsch, englisch, italienisch oder rätoromanisch – wird mit einem kleines Geschenk, einer Karte, einer Weihnachtsgeschichte und einer speziellen Briefmarke versehen. Da werden sogar Schmutzli & Samichlaus vor Neid grün um die Nase. Good Job, Weihnachtspost!

Wenn an Heiligabend trotz pünktlich abgeschicktem Wunschbrief, grossem Hoffen und Beten weder das Regenbogeneinhorn noch das Samurai Schwert unter dem Weihnachtsbaum liegen, kann es kaum an Christkind oder Weihnachtsmann gelegen sein. Vielleicht waren diese Dinge dieses Jahr einfach zu schnell ausverkauft.

Kinderbriefe ans Christkind aus der Sammlung des Museums für Kommunikation in Bern. (Bild aus „Briefe ans Christkind“).

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